Akupunktur (Laserakupunktur)


Akupunktur


AnkerGeschichte der Traditionellen Chinesischen Medizin bei Tieren


Wer sich mit dem Studium der Chinesischen Medizin befasst, muss die Denkmuster der westlichen Medizin vorerst gänzlich zuhause im Bücherregal verstauen. Die Denkweise der Chinesen über Gesundheit und Krankheit ist eine völlig andere, als wir das von der westlichen Medizin her gewohnt sind. Auch ich tat mich vorerst schwer, die in über zwanzig Jahren festgefahrenen Kenntnisse loszulassen und mich Neuem hinzugeben.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) umfasst die Teilbereiche Akupunktur, Kräutermedizin, Ernährung, Tuina-Massage und Qigong. Akupunktur bei Tieren wird schon einige tausend Jahre vor Christi Geburt erwähnt. 3500 Jahre vor Christus soll ein Elefant mit kolikartigen Erscheinungen behandelt worden sein. Während der Zhou-Dynastie (11. Jh bis 476 v. Chr.) wurden die Theorie von Yin und Yang sowie die 5-Elemente-Theorie begründet. Diese beiden Theorien spielen auch heute noch eine zentrale Rolle in der TCM. Zu Beginn der TCM bei Tieren wurden vor allem die Nutztiere, wie Pferde und Rinder, behandelt. Mit der Zunahme von Hunden und Katzen, welche als Haustiere das Leben der Menschen teilten, stieg auch der Wunsch der Tierbesitzer ihre vierbeinigen Lieblinge mit alternativen Heilmethoden behandeln zu lassen. Nicht zuletzt weil die Schulmedizin ihnen keine zufriedenstellende Besserung der Beschwerden ihrer Tiere bieten konnte.

AnkerWas ist Akupunktur und wie wirkt sie?


Das Wort Akupunktur setzt sich aus dem lateinischen Wort „acus“ für Nadel und „punctio“ für Stechen zusammen. Bei der Akupunktur werden spezielle Akupunkturpunkte behandelt. Diese Punkte liegen auf den sogenannten Meridianen oder Leitbahnen, welche sich nach einem genauen Schema über den gesamten Körper verteilen. In diesen Meridianen fliesst das Qi (Energie). Ist das Qi blockiert kann es nicht mehr richtig durch die Meridiane fliessen. Es kommt zu einem Ungleichgewicht im Körper. Schmerzen und Krankheit sind die Folge. Durch die Stimulation der Punkte wird das Qi wieder zum fliessen gebracht und der Körper kann wieder in ein Gleichgewicht gebracht werden. Durch die Akupunktur werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert.

AnkerWie oft muss behandelt werden?


Behandlungsintervall und Behandlungsdauer hängen davon ab,  wie lange die Beschwerden schon andauern.  Tendenziell verhält es sich so, dass akute Probleme, wie z.B. ein plötzlich auftretender Durchfall oder eine Erkältung, mit wenigen Behandlungen innerhalb weniger Tage behoben werden kann (1 - 3 Behandlungen an 1 - 3 aufeinanderfolgenden Tagen). Bei Krankheiten welche seit weniger als 6 Monaten bestehen, werden ca. 5 - 6 Behandlungen im Wochenintervall durchgeführt. Weitere Behandlungen richten sich nach dem weiteren Verlauf der Beschwerden. Chronische und degenerative Beschwerden bedürfen  einer längeren Behandlungsdauer. Hier wird Anfangs 1 - 2 mal pro Woche behandelt während ca. 6 Wochen. Je nach Beschwerdebild  werden danach die Intervalle zwischen den einzelnen Behandlungen nach und nach ausgedehnt . Zwischen zwei Behandlungen sollte keine nennenswerte Verschlechterung der Beschwerden eintreten sonst sind die Intervalle zu lange. Oft ist eine Dauerbehandlung nötig. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich die Behandlungsdauer nach der Dauer des Bestehens der Kranheit richtet.

AnkerIst Akupunktur schmerzhaft?


Grundsätzlich wird lediglich im Moment des Einstichs mit der feinen Akupunkturnadel ein leichter Schmerz wahrgenommen. Je nach Lage eines Punktes ist es aber möglich, dass eine Nadel auch dann schmerzt, wenn sie im Körper verweilt. Aber auch bei gewissen Körperpartien können Nadeln unangenehm sein. Während meiner Ausbildungszeit erkannte ich diesen Umstand, im wahrsten Sinne des Wortes, äusserst einprägsam. Eine Kollegin und ich sollten eine kleine, schon etwas in die Jahre gekommene Ponystute behandeln. Doch diese war keineswegs erbaut sich mit Nadeln behandeln zu lassen. Vermutlich hatte sie ob ihrer Hufprobleme ziemlich verspannte Muskeln und die Nadeln verursachten ihr noch zusätzlich Schmerzen. Sie wehrte sich mit sehr gezielten Hufschlägen gegen mein Schienbein. Ein weiteres Problem kommt hinzu, dass es in einigen Kantonen nur Tierärzten erlaubt ist, Tiere mit Nadeln zu behandeln, Blutentnahmen durchzuführen und Medikamente mittels einer Injektion zu verabreichen. Um all diesen Problemen aus dem Weg zu gehen, verwende ich ein Laserakupunkturgerät. Meine vierbeinigen Patienten sollen die Behandlung als angenehm empfinden und nicht mit zusätzlichen Schmerzen belastet werden. Erfahrungsgemäss entspannen sich die Tiere bei der Behandlung oder können sogar einschlafen.


AnkerEinsatzgebiete der Akupunktur


  • Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Arthrose, Arthritis, Schmerzen im Hüft-, Becken- oder Wirbelsäulenbereich)
  • Schmerztherapie bei degenerativen Prozessen
  • Beschwerden und Erkrankungen des Verdauungsapparates
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Beschwerden und Erkrankungen der Atemwege
  • Harnwegerkrankungen
  • Unterstützung der Vitalität bei älteren Tieren oder nach Trächtigkeit und Jungenaufzucht
  • Prävention
    Die Prävention ist ein wichtiger Pfeiler in der TCM. Noch bevor deutlich sichtbare Krankheitszeichen (Symptome) auftreten, kann mittels der TCM ein minimales Ungleichgewicht ausbalanciert werden, bevor die Krankheit richtig zum Ausbruch kommt. Es wird also nicht zugewartet bis das Haus in Vollbrand steht, sondern es wird versucht die im Untergrund schwelende Glut zu löschen bevor sich das Feuer ausbreiten kann und die Krankheit ihren Lauf nimmt. Aus diesem Grund ist es auch nicht zwingend nötig, dass Sie vorgängig Ihren Tierarzt konsultieren müssen. Sollte eine tierärztliche Abklärung sinnvoll sein, werde ich dies aber selbstverständlich mit Ihnen besprechen.


AnkerWie sieht eine Behandlung aus?


  • Vor der Behandlung sollte dem Tier die Möglichkeit gegeben werden sich zu versäubern.
  • Die Behandlung sollte nicht unmittelbar vor oder nach einer Mahlzeit stattfinden.
  • Für die Behandlung ist ein ruhiger Raum zu wählen, wo sich Ihr Tier wohl fühlt und von anderen Familienmitgliedern oder anderen Haustieren nicht gestört wird.

Als erstes findet ein ausführliches Gespräch mit Ihnen statt. Dabei sind Ihre eigenen Beobachtungen von grosser Bedeutung. Zeitpunkt des Auftretens von Beschwerden, Tagesverlauf, Fress- und Schlafgewohnheiten, Vorlieben für bestimmte Aufenthaltsorte (Wärme oder Kälte) und dergleichen, sind in der TCM ebenso von Bedeutung wie Beschaffenheit, Farbe und Geruch von Kot oder Urin. Aber auch das äussere Erscheinungsbild des Tieres, also Haut und Fell sind wichtige Aspekte, ebenso die Emotionen Ihres Tieres. Ihre genauen Beobachtungen sind also sehr wichtig und für mich hilfreich.

Nach dem Gespräch wird das Tier durch mich gründlich untersucht. Dabei taste ich auch einige Akupunkturpunkte ab. Aus all den zusammengetragenen Erkenntnissen erstelle ich einen Therapieplan und behandle ca. 10 Punkte während je einer Minute.

Nach der Behandlung sollten Sie ihrem Tier Ruhe gönnen. Verzichten Sie auf ausgedehnte Spaziergänge, Hundeschule oder Hundesport.

AnkerWas Sie sonst noch wissen sollten


Die Akupunktur verstehe ich nicht in Konkurrenz mit der Behandlung durch den Tierarzt sondern als Ergänzung. So kann es möglich sein, dass Ihr Tier weniger Schmerzmittel braucht wenn es regelmässig mit Akupunktur behandelt wird. Für eine Akupunkturbehandlung kann kein Heilversprechen abgegeben werden.